Holzenergie Wegscheid baut erfolgreich Vergaser mit 120 kW elektrischer Leistung

Wegscheid, 13. Juli 2012

Im bayerischen Wald nördlich von Passau nahe der österreichischen Grenze testet und fertigt Walter Schätzl, Geschäftsführer der Holzenergie Wegscheid, Holzvergaseranlagen. 120 kW Strom und 320 kW Wärme erzeugt sein Holzvergaser. Die Technik sieht einfach und robust aus und der Erfolg zeigt sich, indem in der Zwischenzeit über 10 Anlagen vorwiegend in Deutschland und Italien installiert sind. Im Bamberg wird dieser Vergaser von den Stadtwerken in einem Hallenbad betrieben, um es mit Strom und Wärme zu versorgen.

 

Voraussetzung für den Vergaser ist grobes, stückiges Holz, das auf 10 % Feuchte heruntergetrocknet sein muss, damit im System kein Teer auftritt. Dies kann direkt an der Anlage mit der Strahlungswärme des Motors und der Abwärme der Gaskühlung geschehen, so dass die komplette Abwärme des Motors zur Heizung zur Verfügung steht. Die Feinanteile im Holz werden abgesiebt und ergeben einen vorzüglichen Brennstoff für einem zusätzlich installierten 145 kW Gilles-Kessel der die Wärmeversorgung aus der Vergasungsanlage im Winter zusätzlich unterstützt. Die gesamte Wärme wird in einem Wärmespeicher zwischengespeichert und an Nachbarbetriebe abgegeben.

 

Das stückige Holz (G70 – G100) passiert den Vergaser. Das Gas wird anschließend mit einem Metallfilter vom Staub gereinigt und abgekühlt. Nach einem Sicherheitsfilter gelangt es in einen großvolumigen 12-Zylinder-Gasmotor, der Strom und Wärme erzeugt. Der Gesamtwirkungsgrad der Anlage liegt bei 82 %. Der in Wegscheid installierte Motor hat inzwischen 25.000 Betriebsstunden hinter sich.

 

Wichtig ist ebenfalls, dass sich keine Erdanteile oder andere Fremdbestandteile im Holz befinden, da sich sonst der Rost im Vergaser zusetzt und häufiger gereinigt werden muss. Normalerweise fällt diese Arbeit alle 4 – 6 Wochen an. Beim Wiederanfahren des Vergasers wird das erste anfallende, schwache und stärker teerhaltige Gas mit einer Gasflamme verbrannt und erst, wenn die Betriebstemperaturen erreicht sind der Motor gestartet. Die geringen Mengen Restteer, die sich im laufenden Betrieb bilden, werden hinter der Kühlung am Sicherheitsfilter abgeschieden.

 

Die reine Vergasungsanlage mit BHKW aber ohne Trocknung und Gebäude kostet ab 500.000 €. Sie passt in das NRW Markteinführungsprogramm progres.nrw, das mit der neuesten Richtlinie von 2012 Holz-KWK-Anlagen bis 150 kWel. fördert (Absatz 2.10) aber auch die dazugehörigen Wärmenetze und Übergabestationen. (KB)

 

Weitere Informationen:

     Homepage Holzenergie-Wegscheid

     Marktanreizprogramm progres.nrw